Rechte und Pflichten: Rechtsirrtümer beim Onlineshopping

Die Vorteile des Onlineshoppings machen sich immer mehr Verbraucher zunutze. Die Auswahl ist riesig und der Kaufvorgang komfortabel. Egal ob Mode, Technik oder Hobby – der Käufer bestellt bequem nach Hause. Über welche Rechte und Pflichten man beim Onlineshopping verfügt, wissen viele Nutzer jedoch nicht, wodurch es immer wieder zu Missverständnissen kommt.

Einkaufen im Internet

  1. Händler können Kaufangebote ablehnen
  2. Verloren gegangene und beschädigte Ware
  3. Verwendung von Daten
  4. Das Widerrufsrecht
  5. Regelungen von Kundenbewertungssystemen
  6. Reklamationen und Bonitätsprüfung

1. Händler können Kaufangebote ablehnen

Händler sind nicht dazu verpflichtet, die Ware, die sie anbieten, jedem Kunden verkaufen zu müssen. Auch wenn sie eine Bestellung per Auftragsbestätigung entgegennehmen, können sie das Kaufangebot noch ablehnen, wenn die Überprüfung eines Kunden negativ ausfällt. Das kann sowohl die Zahlungskräftigkeit als auch andere Belange betreffen.

Unzulässig ist hingegen, wenn Ware nicht mehr verfügbar ist und der Händler dem Käufer ein ähnliches Produkt, als Ersatzlieferung, zukommen lassen will. Derartige Klauseln in einem Kaufvertrag sind nicht gesetzeskonform.

2. Verloren gegangene und beschädigte Ware

Trotz Sendungsverfolgung und anderer technischen Finessen kann es vorkommen, dass Ware auf dem Weg zwischen Verkäufer und Käufer verloren geht und nicht beim Empfänger ankommt. In einem solchen Fall liegt die Verantwortung beim Absender. Der Händler ist zwar nicht verpflichtet, eine neue Sendung abzusenden, er muss dem Kunden jedoch den vollen Kaufpreis zurückzahlen.

  • Wird die Ware beschädigt geliefert, hat der Kunde das Recht auf Reparatur oder Neulieferung des mangelhaften Produkts.
  • Die Art der Nacherfüllung darf er selbst wählen und wird nicht vom Händler vorgegeben.
  • Für die Kosten der Rücksendung und der Neulieferung muss der Verkäufer aufkommen und nicht der Kunde.

3. Verwendung von Daten

Boxen, aus denen das Häkchen für den Newsletter entfernt werden muss, damit man ihn nicht erhält, sind grundsätzlich unzulässig. Das Abo für einen Newsletter bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Empfängers. Ohne Einwilligung geht es allerdings auch, wenn:

  • ein Kunde in einem Onlineshop bestellt und der Händler die E-Mail-Adresse durch den Kauf erhalten hat.
  • im Newsletter darauf hingewiesen wird, dass dieser jederzeit abbestellt werden kann und der Kunde der Verwendung der Adresse nicht widerspricht.

Wer sich nicht sicher ist, was nach dem Kauf in einem Onlineshop mit seinen Daten passiert, der kann sich auf seinen Auskunftsanspruch berufen. Dieser gewährleistet, dass der Händler transparent macht, welche Daten gespeichert wurden und zu welchem Zweck. Auch das Recht auf Löschung kann vom Verbraucher in Anspruch genommen werden, wenn der Verkäufer die Daten nicht mehr für Bilanzen oder das Finanzamt benötigt.

4. Das Widerrufsrecht

Grundsätzlich kann der Kunde innerhalb von zwei Wochen die Ware zurückschicken. Einen triftigen Grund braucht er dafür nicht und er muss auch auf dem Retourenschein keine Auskunft darüber geben. Auch wenn die Ware ausgepackt wurde, greift das Widerrufsrecht. Der Kunde darf die Ware sorgfältig prüfen, wie es auch in einem Laden der Fall wäre. Wer die Ware nach dem Auspacken nutzt und dann zurückschicken möchte, muss allerdings damit rechnen, dass ihm nicht der gesamte Kaufpreis erstattet wird.

Das Widerrufsrecht gilt nicht:

  • wenn es sich bei der Lieferung um verderbliche Ware, wie Blumen oder frische Lebensmittel handelt.
  • bei entsiegelten Audio- und Videoträgern sowie Software.

5. Regelungen von Kundenbewertungssystemen

Viele Onlineshops bieten ihren Kunden an, ihren Kauf zu bewerten. Andere Kunden sollen so den Eindruck bekommen, dass es sich um einen seriösen Verkäufer handelt. Der Shop muss in diesem Fall auch negative Kommentare zulassen, solange diese der Wahrheit entsprechen und sachlich bleiben.

  • Beleidigungen und Unwahrheiten müssen hingegen nicht hingenommen werden und der Verkäufer darf darauf bestehen, dass ein unangemessener Kommentar gelöscht wird.

6. Reklamationen und Bonitätsprüfung

Klauseln, dass Reklamationen innerhalb einer Woche geltend gemacht werden müssen, sind per Gesetz unzulässig. Als Verbraucher hat man gewisse Gewährleistungsrechte, die zwei Jahre Gültigkeit haben. Auch wenn der Händler in seinen AGBs andere Fristen vorgibt, muss sich der Verbraucher im Reklamationsfall an diese nicht halten.

Händlern steht das Recht auf Bonitätsprüfung zu, wenn sie, zum Beispiel bei Lieferung auf Rechnung, in Vorleistung gehen. In diesem Fall muss in der Datenschutzerklärung darauf hingewiesen werden. In allen anderen Fällen bedarf das Abfragen der Kreditwürdigkeit jedoch der Zustimmung des Kunden.