Ökostrom-Vergleich: Ökostrom-Tarife und Angebote

Was viele Verbraucher nicht wissen, ist, dass grüner Strom aus erneuerbaren Energien nicht viel teurer sein muss als konventioneller „grauer“ Strom aus Kohle und Atomkraft. Im Gegenteil, mancherorts kann Ökostrom sogar günstiger sein. Der Tarifvergleich lohnt sich immer – ob für den Geldbeutel oder fürs Klima.

Ökostrom, grüner Strom, Naturstrom – was ist das?

Ökostrom

Ökostrom, auch grüner oder Naturstrom genannt, bezieht sich auf die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien. Regenerative Energiequellen sind:

  1. Wasser
  2. Wind
  3. Sonne (Photovoltaik)
  4. Erdwärme (Geothermie)
  5. Biomasse

Im Gegensatz dazu gelten fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sowie Atomkraft aus Uran als konventioneller oder „grauer“ Strom. Unter dem Eindruck der Debatte zum Klimawandel wird in Deutschland die Energiewende, also der Wechsel von konventionellen zu erneuerbaren Energiequellen angestrebt. Schätzungen zufolge liegt der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix 2013 bei über 25 Prozent.

Privatpersonen können durch den Bezug von Ökostrom dieses Vorhaben unterstützen. In Deutschland gibt es bundesweite und regionale Ökostromanbieter; zudem bieten die konventionellen Stromversorger ihren Kunden Ökostrom-Tarife an. Einige bundesweite Ökostromanbieter werden von Umweltverbänden als „reine“ Ökostromanbieter empfohlen, deren Strommix aus 100 Prozent erneuerbaren Energien besteht und die keinerlei Verflechtungen mit Atomkonzernen haben:

(Quelle: Robin Wood: Ökostrom-Wechsel Recherchebericht Juli 2013)

Wasserkraft ist also die vorherrschende Energiequelle, aus denen Ökostromanbieter ihren Strom beziehen. Neben dem Ankauf nachhaltig produzierter Elektrizität investieren viele Ökostromanbieter außerdem in den Bau von Neuanlagen.

Stromwechsel – wie geht das?

Frau-am-LaptopMittlerweile haben die meisten konventionellen Stromanbieter einen Ökostrom-Tarif im Programm, den ihre Kunden für einen geringen Aufpreis bestellen können. Diese Unternehmen kaufen aber weiter Kohle- und Atomstrom ein. Wer ausschließlich erneuerbare Energien mit seinen monatlichen Stromkosten unterstützen will, muss einen der oben genannten „echten“ Ökostromanbieter wählen. Schon ein kurzer Tarifvergleich zeigt, dass die Strompreise für Ökostrom auf vergleichbarem Niveau mit Preisen für konventionellen Strom liegen.

  1. Vattenfall 26,42 Cent/kWh; 6,50 € monatlicher Grundpreis
  2. EWS 26,75 Cent/kWh; 6,90 € monatlicher Grundpreis

Der Wechsel des Stromanbieters ist unkompliziert:

  1. Ökostromanbieter wählen und Vertrag über Webseite herunterladen
  2. Stromzählernummer und Jahresverbrauch der letzten Abrechnung entnehmen
  3. Vertrag ausfüllen und abschicken
  4. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim vorherigen Versorger.

Wer in eine neue Wohnung zieht, kann sich beim Jahresverbrauch an den allgemeinen Richtwerten orientieren:

  • Single-Haushalt 2.000 kWh
  • 2-Personen 3.500 kWh
  • 4-Personen 5.000 Kwh
  • Großfamilie 8.000 KWh

Angst vor einer Versorgungslücke ist sowohl beim Wechsel als auch generell beim Ökostrom-Bezug unbegründet. Der Strom aus der Dose wird vom Netzbetreiber stets sichergestellt und ist unabhängig von Stromanbietern, Versorgungsverträgen und Produktionsschwankungen. Die oben genannten Ökostromanbieter sind im Übrigen bundesweit verfügbar. Darüber hinaus gibt es zahlreiche regionale Anbieter. Bei einem Tarifvergleich auf Verbraucherportalen wie Check24 oder Verivox kann man über die Eingabe der Postleitzahl die verfügbaren Anbieter und ihre Tarife herausfinden.

Stromseen, Stromflüsse und Geldflüsse – so funktioniert die Ökostrom-Versorgung

Grüner StromWer Ökostrom bezahlt, möchte auch Ökostrom bekommen. Man muss sich jedoch klarmachen, dass der Strom, der aus der Dose kommt, für alle, der gleiche ist, egal, was für einen Stromanbieter man hat. Das Entscheidende beim Ökostrom-Bezug sind nicht die physikalischen Stromflüsse, sondern vielmehr die Geldflüsse. Denn im Stromnetz fließt alles zusammen – Kernenergie, Ökostrom, Kohlekraft. Daher wird das Stromnetz auch gerne als Stromsee bezeichnet. Im europäischen Stromsee fließt also der Strom aus den verschiedenen Kraftwerkarten zusammen und gelangt dann über Hochspannungsleitungen und lokale Verbrauchernetze in die häusliche Steckdose.

  • Mit dem Geld, das man einem Ökostromanbieter zahlt, kauft dieser bei Energieproduzenten ein, die regenerativen Strom erzeugen.
  • Dieser Strom wird in das europäische Netz (Stromsee) eingespeist.
  • Die Versorgung der individuellen Nutzer geschieht jedoch immer auf dem kürzesten Wege.
  • So bezahlen EWS-Kunden zwar für Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken. Aus der deutschen Steckdose fließt dann aber der Strom aus dem Kohlekraftwerk um die Ecke.

Strom muss immer den kürzesten Weg nehmen, da er schlecht zu speichern ist. Insgesamt aber sinkt durch den Bezug von Ökostrom auf dem europäischen Strommarkt die Nachfrage nach konventionellem Strom und die „grauen“ Kraftwerke müssen ihre Gesamtproduktion drosseln.

Nachhaltiger Klimaschutz durch Ökostrom – ohne hohe Kosten

Man kann mit Ökostrom sogar Kosten einsparen, aber meist sind die Beweggründe für den Bezug von grünem Strom eher Umweltbewusstsein und Klimaschutz. Viele Menschen wollen regenerative Energien fördern und den Kohlendioxidausstoß senken. Durch die niedrigen Kosten und den geringen Aufwand ist Ökostrom eine Klimaschutzmaßnahme für jedermann. Um sicherzugehen, dass durch den Stromvertrag auch tatsächlich erneuerbare Energien ausgebaut werden, kann man sich an den Empfehlungen von Umweltverbänden und an Gütesiegeln orientieren. Anerkannte Zertifizierungen für die Nachhaltigkeit von Ökostromanbietern sind:

  1. TÜV Nord
  2. TÜV Süd
  3. TÜV Rheinland
  4. ok-Power
  5. Grüner Strom Label

Sogenannte RECS-Zertifikate sind hingegen keine Gütesiegel. Es sind lediglich europaweite Herkunftsnachweise, mit denen gehandelt wird. Der Zertifikate-Handel soll einen Anreiz für die Investition in erneuerbare Energien bieten. Es bedeutet aber auch, dass Stromanbieter, die weder Ökostrom einkaufen noch in erneuerbare Energien investieren, RECS-Zertifikate von Stromerzeugern aufkaufen und damit werben dürfen.

  • Achtung: RECS-Zertifikate bedeuten nicht, dass der Stromanbieter tatsächlich Ökostrom vertreibt.

Vergleichsportale, die speziell auf Ökostrom ausgerichtet sind, etwa oekostrom-anbieter.info oder oekostrom.com, weisen auch auf Gütesiegel hin. Wer sich so an einen gezielten Tarifvergleich macht, findet auch den passenden Ökostrom-Tarif.